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Einfach leasen: Leasing verständlich erklärt

Leasing wird über die Monatsrate verkauft. Die Rate allein sagt aber nicht, ob ein Angebot gut ist. Hier steht, was hinter der Zahl steckt und was du vor der Unterschrift zusammenrechnen solltest.

Was Leasing eigentlich ist

Beim Leasing nutzt du ein Fahrzeug für eine feste Laufzeit, üblich sind 24 bis 48 Monate. Eigentümer bleibt die Leasinggesellschaft. Du zahlst nicht den Kaufpreis ab, sondern den Wertverlust in dieser Zeit, dazu Zinsen und Bearbeitungskosten. Genau darin liegt der Unterschied zur Finanzierung: Am Ende eines Ratenkredits gehört dir das Auto, am Ende eines Leasingvertrags gibst du es zurück.

Daraus folgt die wichtigste Faustregel. Ein Leasingangebot ist dann günstig, wenn das Fahrzeug in der Laufzeit wenig an Wert verliert oder der Hersteller diesen Wertverlust bezuschusst. Deshalb können zwei Autos mit fast gleichem Listenpreis um mehr als hundert Euro im Monat auseinanderliegen. Der Listenpreis ist beim Leasing ein schwacher Anhaltspunkt, der Restwert ist der starke.

Privatleasing oder Gewerbeleasing

Der Vertrag ist in beiden Fällen fast derselbe. Unterschiedlich sind die Preisangabe, die steuerliche Behandlung und die Bonitätsprüfung.

Ein Punkt wird dabei regelmäßig übersehen: Wer einen Firmenwagen auch privat fährt, versteuert den geldwerten Vorteil, pauschal mit einem Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat oder genau über ein Fahrtenbuch. Ein netto sehr attraktives Angebot kann nach dieser Versteuerung teurer sein als ein privater Vertrag. Rechne beide Varianten durch, bevor du dich festlegst.

Kilometerleasing oder Restwertleasing

Diese Entscheidung legt fest, wer das Risiko des späteren Wiederverkaufswerts trägt. Sie ist wichtiger als ein Ratenunterschied von zehn Euro.

Kilometerleasing

Ihr vereinbart eine jährliche Fahrleistung. Am Ende zählt nur, wie viele Kilometer auf dem Tacho stehen und in welchem Zustand das Fahrzeug ist. Mehrkilometer werden mit einem im Vertrag festgelegten Cent-Betrag abgerechnet, Minderkilometer meist zu einem niedrigeren Satz erstattet, häufig erst ab einer Freigrenze von 2.500 Kilometern. Das Marktrisiko bleibt beim Leasinggeber.

Restwertleasing

Im Vertrag steht ein geschätzter Restwert. Ist das Auto bei der Rückgabe weniger wert, zahlst du die Differenz nach. Ein hoch angesetzter Restwert drückt die Monatsrate und verschiebt die Kosten lediglich ans Ende der Laufzeit. Für Privatkunden ist diese Variante selten sinnvoll, weil das Risiko bei dir liegt und du es nicht beeinflussen kannst.

Für die meisten Fahrer ist Kilometerleasing die ruhigere Wahl: kalkulierbar, mit einer einzigen Stellschraube, und ohne Diskussion über Marktpreise nach drei Jahren. Schätze die Fahrleistung dabei ehrlich. Eine zu niedrig gewählte Laufleistung ist der häufigste Grund für eine unangenehme Schlussrechnung.

Kostencheckliste vor der Unterschrift

Die Monatsrate ist kein Preis. Rechne die folgenden Posten zu Gesamtkosten zusammen und teile sie durch die Laufzeit in Monaten.

Sieben Posten, die in die Rechnung gehören

  1. Leasingsonderzahlung, also die Anzahlung.
  2. Monatsrate mal Anzahl der Monate.
  3. Überführung und Zulassung. Oft 800 bis 1.500 Euro und in Ratenanzeigen fast nie enthalten.
  4. Versicherung, in der Regel Vollkasko mit niedriger Selbstbeteiligung, plus GAP-Deckung.
  5. Kfz-Steuer, Wartung und Reifen, sofern kein Servicepaket vereinbart ist.
  6. Mögliche Mehrkilometer, gerechnet mit einer realistischen statt einer optimistischen Fahrleistung.
  7. Rückgabekosten für Schäden über die normale Abnutzung hinaus, fehlende Schlüssel oder ein fehlendes Serviceheft.

Der Wert, der dabei herauskommt, ist deine tatsächliche monatliche Belastung. Erst damit lassen sich zwei Angebote sinnvoll vergleichen. Der oft zitierte Leasingfaktor, also die Monatsrate geteilt durch den Bruttolistenpreis mal 100, ist eine schnelle Orientierung, blendet aber Laufzeit, Fahrleistung und Nebenkosten aus. Er taugt für einen ersten Blick, nicht für die Entscheidung.

Häufige Fragen

Was passiert am Ende der Leasinglaufzeit?

Der Regelfall ist die Rückgabe des Fahrzeugs. Einen Anspruch darauf, das Auto zu kaufen, hast du nur, wenn ein Kaufrecht ausdrücklich im Vertrag steht. In der Praxis bietet der Händler oft trotzdem einen Kauf an, der Preis ist dann Verhandlungssache und orientiert sich am aktuellen Marktwert.

Kann ich einen Leasingvertrag vorzeitig kündigen?

Eine ordentliche Kündigung ist in aller Regel ausgeschlossen. Es bleiben drei Wege: eine Leasingübernahme durch einen Dritten, die der Leasinggeber genehmigen muss, eine Aufhebungsvereinbarung gegen eine Ablösesumme, oder bei einem im Fernabsatz geschlossenen Privatvertrag der Widerruf innerhalb von 14 Tagen.

Brauche ich eine Vollkaskoversicherung?

Praktisch immer. Weil das Fahrzeug dem Leasinggeber gehört, schreiben die Verträge eine Vollkasko mit begrenzter Selbstbeteiligung vor. Prüfe zusätzlich die GAP-Deckung: Sie schließt bei Totalschaden oder Diebstahl die Lücke zwischen dem Wiederbeschaffungswert, den die Versicherung zahlt, und der noch offenen Forderung des Leasinggebers.

Wie streng ist die Rückgabe?

Maßstab ist die normale Gebrauchsspur. Leichte Kratzer im Lack, kleine Steinschläge und übliche Sitzabnutzung gehen durch. Abgerechnet werden Dellen, durchgehende Lackschäden, beschädigte Felgen, Schäden am Interieur und fehlende Teile wie Zweitschlüssel, Serviceheft oder Ladekabel. Mach vor dem Termin eigene Fotos und lass dir das Rückgabeprotokoll aushändigen. Kleinere Schäden vorher selbst reparieren zu lassen ist häufig günstiger als die Abrechnung des Leasinggebers.

Geht Leasing ohne Anzahlung?

Ja. Ohne Sonderzahlung steigt die Monatsrate, die Gesamtkosten liegen aber meist nahe beieinander. Der Vorteil ist, dass kein größerer Betrag im Vertrag gebunden ist: Bei einem Totalschaden oder einer vorzeitigen Beendigung bekommst du eine Anzahlung nur anteilig und oft nur mit Mühe zurück. Der Nachteil ist die höhere monatliche Belastung.

Lohnt sich Leasing gegenüber einem Kauf?

Leasing lohnt sich bei kurzer Haltedauer von zwei bis vier Jahren, bei dem Wunsch nach planbaren Kosten und bei Unternehmen mit Vorsteuerabzug. Ein Kauf lohnt sich, wenn du ein Fahrzeug lange fährst, viele Kilometer zurücklegst oder Eigentum willst. Wer ein Auto acht Jahre und länger behält, fährt mit dem Kauf fast immer günstiger.

Diese Seite ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgeblich ist immer der Vertrag, der dir vorliegt.